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Lesen Sie hier, warum ausgerechnet jetzt so viele Menschen ihre Jobs kündigen und wechseln, wo mögliche Gründe dafür liegen und was Unternehmen tun können, um ihre Beschäftigten möglichst langfristig zu halten.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Great Resignation?

Was sind die Gründe für die Great Resignation?

Wo sind besonders viele Kündigungen beobachtbar?

Great Resignation in Deutschland

Was müssen Unternehmen jetzt tun?

Leadership 360: neue Impulse für Führungskräfte

Was bedeutet Great Resignation?

Auch bekannt als „Big Quit“ und „Great Reshuffle“, bezeichnet der englische Begriff „Great Resignation“ die große Welle freiwilliger Kündigungen. Gemeint ist damit ein wirtschaftlicher Trend, der bereits seit dem Frühjahr 2021 Arbeitnehmer dazu bewegt, ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Was in den USA begann, hat inzwischen auch Europa und Deutschland erreicht: So ist die Wechselbereitschaft der Arbeitnehmer laut der Gallup-Studie 2021 so hoch wie nie – und sogar höher als in den USA. Zum Vergleich: Während in den Vereinigten Staaten etwa zehn Prozent der Beschäftigten auf der Suche nach einem neuen Job sind, sind es in Deutschland bereits 14 Prozent.

Die große Kündigungswelle in Zahlen

4,5 Millionen US-Arbeitnehmer kündigten im November 2021 ihren Job
45 % der Arbeitnehmer suchen derzeit einen neuen Arbeitsplatz
40 % der Arbeitnehmer planen, ihren Arbeitsplatz in den nächsten drei bis sechs zu wechseln

Die Arbeitswelt im Wandel

Angesichts des rasanten Wandels in der Arbeitswelt wird es immer wichtiger, leistungsstarke Mitarbeitende zu gewinnen und diese auch zu halten. Der Schlüssel: eine überzeugende Unternehmenskultur und Organisation in der der Arbeitnehmer im Mittelpunkt steht.

Was sind die Gründe für die Great Resignation?

Die Pandemie stellt für viele Beschäftigte ein großes Stress- und Frustpotenzial dar. Beispielsweise ergab eine Umfrage von Microsoft, dass sich knapp 40 Prozent der Angestellten ausgelaugt fühlen – auch im Homeoffice. Gründe hierfür sind etwa mehr Meetings, vollere E-Mail-Postfächer und ein insgesamt höheres Arbeitsaufkommen.

Beim Wunsch nach einem Jobwechsel spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Neben der erhöhten Wechselbereitschaft ergab die Gallup-Studie außerdem, dass die allgemeine Lebenszufriedenheit der Mitarbeitenden im letzten Jahr deutlich abgenommen hat. So ist die Burn-out-Quote auf 35 Prozent gestiegen – das sind 9 Prozent mehr als im Jahr 2019. 38 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in den vergangenen 30 Tagen das Gefühl hatten, gestresst zu sein.

Psychologische Grundbedürfnisse

Auch im Job haben wir Menschen Grundbedürfnisse. Insbesondere die psychologischen Grundbedürfnisse stellen entscheidende Faktoren für das persönliche Wohlbefinden am Arbeitsplatz und somit auch für die Bereitschaft dar, sich auf die Jobsuche zu begeben:

  • Das Bedürfnis nach Autonomie äußert sich dadurch, dass Mitarbeitende ihre Entscheidungen freiwillig und selbstbestimmt treffen können.
  • Das Bedürfnis nach Kompetenz meint die Freude am Lernen und der persönlichen sowie beruflichen Weiterentwicklung der Mitarbeitenden.
  • Das Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit – gerade in Zeiten von Homeoffice ein sehr relevanter Faktor.

Schlechte Arbeitsbedingungen und Niedriglöhne

Schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne waren im sogenannten „Striketober 2021“ sogar Grund für eine flächendeckende Streikwelle, bei der über 100.000 amerikanische Arbeitnehmer für bessere Arbeitsbedingungen demonstrierten. Auch in China, bekannt als das Land mit dem härtesten Arbeitsmarkt der Welt, führten schlechte Arbeitsbedingungen, lange Arbeitszeiten und niedrige Löhne dazu, dass Millionen von Menschen eine Bewegung starteten: die sogenannte „Tang Ping“.

Wo sind besonders viele Kündigungen beobachtbar?

Die Kündigungswelle betrifft vor allem Branchen, die im Zuge der Pandemie besonders gefragt waren, wie die Tech- und die Gesundheitsbranche. Mit wachsender Belastung und steigendem Druck stiegen auch die Zahlen der Kündigungen. Das ergaben Untersuchungen des HR-Experten Ian Cook. Dabei verbuchen die Vereinigten Staaten mit circa 45 Millionen Kündigungen die größte Zahl der freiwilligen Job-Quittierer. Die Beschäftigung im Pflegesektor sank gegenüber der Zeit vor der Pandemie um 15,2 Prozent, in der Kinderbetreuung um 10,4 Prozent, im Zeitarbeitssektor um 8,7 Prozent und im Gaststättengewerbe um 7,6 Prozent.

Besonders hart traf die Pandemie zudem Indiens Wirtschaft: 2020 gab es zahlreiche Entlassungen. Dieser Umstand führte dazu, dass viele Menschen sich beruflich umorientierten. Amazon India spricht in diesem Zusammenhang von über 65 Prozent der Arbeitssuchenden, die einen Branchenwechsel anstreben – daher auch der Begriff „Great Reshuffle“ anstelle von „Great Resignation“. Ein Jahr später hat sich die Wirtschaft zwar wieder erholt, doch die Unternehmen suchen nach wie vor händeringend nach Personal.

Die Great Resignation in Deutschland

Auch in Deutschland hat die Great Resignation Einzug gehalten: Die Mitarbeiterbindung der Arbeitnehmer in Deutschland ist so gering wie nie. Das zeigen auch aktuelle Studien rund um die Mitarbeiterzufriedenheit in Unternehmen.

Die Gallup-Studie

Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gallup analysiert bereits seit 21 Jahren jährlich die Mitarbeiterzufriedenheit in deutschen Unternehmen. Wie die aktuelle Umfrage des Gallup-Engagement-Index 2021 zeigt, spielen etwa 42 Prozent der Befragten mit dem Gedanken, innerhalb der nächsten drei Jahre den Job zu wechseln – das entspricht etwa jedem vierten Beschäftigten. Außerdem fühlen sich laut Gallup-Engagement-Index aktuell nur rund 17 Prozent der Beschäftigten emotional an ihr Unternehmen gebunden – und das, obwohl das Qualitätsbewusstsein der Angestellten steigt, was sich in den geringeren Fehlzeiten widerspiegelt.

Die forsa-Studie

Gemeinsam mit XING-E-Recruiting hat das Meinungsforschungsinstitut forsa eine repräsentative Online-Befragung von rund 2.500 Arbeitnehmern in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz vorgenommen. Die Studie ergab, dass etwa vier von zehn befragten Deutschen es in Erwägung ziehen, den Job zu wechseln. Insbesondere unter den 30- bis 39-Jährigen steigt der Wunsch nach einem Jobwechsel – also mitten in ihrer Karriere, wo doch üblicherweise eher junge Arbeitnehmer am Anfang ihrer Karriere häufig den Job wechseln.

Was müssen Unternehmen jetzt tun?

„Noch nie waren so viele Menschen auf Jobsuche oder offen für Veränderung wie jetzt.“ (Pa Sinyan, Managing Partner von Gallup in Europa, dem Nahen Osten und Afrika)
Obwohl die Wechselbereitschaft unter den Angestellten aktuell so hoch ist wie nie zuvor, bleibt auch der Fachkräftemangel weiterhin ein großes Thema. Umso wichtiger ist es, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um Mitarbeitende möglichst langfristig zu begeistern und an Ihr Unternehmen zu binden. Unternehmen müssen sich deswegen umso mehr damit beschäftigen, ein angenehmes und attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen. Es geht darum, die Employee Experience zu verbessern, um die Mitarbeiterbindung zu stärken. Genauer heißt das:

1. Flexible Arbeitsmodelle schaffen

Wer sich als attraktiver Arbeitgeber von seinen Wettbewerbern abheben möchte, sollte das Arbeitsmodell in seinem Unternehmen den Bedürfnissen der Mitarbeitenden anpassen und so das Mitarbeiterengagement zu stärken. Ein gutes Arbeitsklima trägt wesentlich zur Arbeitsmotivation und -zufriedenheit und damit zur Gesundheit am Arbeitsplatz bei. Wie wäre es zum Beispiel mit einer jährlichen Workation, um aus gewohnten Abläufen auszubrechen und so zu neuen Ergebnissen zu kommen?

2. Kompetenzen fördern

Indem Sie sich um die stetige Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeitenden bemühen, profitieren nicht nur die Angestellten selbst, sondern auch Sie als Unternehmen. Spezielle Weiterbildungsangebote heben Sie vom Wettbewerb ab und binden wertvolle Mitarbeitende an Ihr Unternehmen.

3. Den Dialog mit den Mitarbeitenden suchen

Finden Sie mit regelmäßigen Mitarbeiterbefragungen heraus, was Ihre Mitarbeitenden wirklich wollen:

  • Feedback in Echtzeit: Mit der Mitarbeiterbefragungs-Software von Tivian gewinnen Sie wertvolle Einblicke, wie Sie die Mitarbeiterbindung in Ihrem Unternehmen beeinflussen können.
  • Mitarbeiterentwicklung: Mit der Employee-Journey-Software von Tivian finden Sie heraus, was Ihren Mitarbeitenden in den verschiedenen Stufen ihrer Angestelltenzeit wichtig ist.

Leadership 360: neue Impulse für Führungskräfte

Feedback sammeln, Veränderungen kommunizieren und neue Wege gehen – die Great Resignation fordert insbesondere Führungskräfte heraus, sich weiterzuentwickeln: Führungskräfte müssen die Förderung und die Entwicklung der eigenen Mitarbeitenden als eine wichtige Aufgabe ansehen. Bieten Sie Ihren Mitarbeitenden die ideale Unterstützung, um Probleme zu Herausforderungen zu machen und eigene Lösungswege zu entwickeln, indem Sie als Coach agieren.

Mit Tivians Software Leadership 360 finden Sie heraus, was Ihre Mitarbeitenden bewegt und wie Sie sich als Führungskraft verbessern können.